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NIS2 in der Logistik: Warum s.a.f.e. nicht ausreicht

  • 26. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Unternehmen der Logistikbranche haben mit "s.a.f.e."  bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Sicherheit gemacht. Aber was ist das? Die Schutz- und Aktionsgemeinschaft zur Erhöhung der Sicherheit in der Spedition (s.a.f.e.) ist eine Brancheninitiative des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV). Man verfolgt als Ziel, die in einer Spedition ggf. vorkommenden Sendungsdiebstähle oder -verluste einzudämmen und Verlustraten zu reduzieren, unterstützt darüber hinaus bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen zum Terrorschutz (Gefahrenabwehr).


Digitalisierungsgrad ist hoch


Die Realität in der Branche ist zudem, daß viele Logistikunternehmen digital hochgradig vernetzt sind mit:

  • Echtzeit-Tracking

  • Just-in-Time-Prozessen

  • Elektronischen Zollverfahren

  • Digitalen Frachtpapieren

  • Cloud-basierten Dispositionssystemen



Diese Vernetzung erhöht die Effizienz im globalisierten Handel mit Waren, Schüttgütern sowie Millionen von Containern und vielen Beteiligten in vielen Ländern – aber auch die Angriffsfläche.


Wenn die Abhängigkeit groß ist von der Technologie und den Systemen, kann das schnell zum kompletten Stillstand führen, lt. Bitkom können manche gar nicht ohne Internet arbeiten!


Ein erfolgreicher Cyberangriff bedeutet heute nicht nur IT-Störung, sondern operative Zusatzkosten für manuelle Ersatzhandlungen, Behebung der Folgen bis hin zu Vertragsstrafen und Reputationsverlust. Die globalen Folgewirkungen sind ggf. dramatisch, wenn große Verkehrswege betroffen sind.


NIS2


Die Richtlinie der EU dient der Informationssicherheit der ganzen EU, sie hat das Ziel auch die Resilienz der Logistik zu erhöhen und Lieferketten zu schützen. Doch mit Inkrafttreten der NIS2-Richtlinie wird deutlich: Physische Sicherheit mit Schutz vor Diebstahl und Terror allein genügt nicht mehr. Die Anforderungen gehen weit über Zoll- und Lieferkettensicherheit hinaus – sie betreffen die digitale Resilienz der gesamten Organisation, auch s.a.f.e. genügt nicht mehr.

 

S.a.f.e. schützt die Lieferkette – NIS2 schützt das Unternehmen


Kurz gesagt fokussiert s.a.f.e. auf:

  • physische Sicherheit

  • Schutz vor Manipulation von Waren

  • sichere Prozesse in der Zoll- und Lieferkette

  • Zuverlässigkeit von Geschäftspartnern


NIS2 hingegen adressiert:

  • IT- und Netzwerksicherheit

  • Cyberrisiken

  • Angriffserkennung

  • Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen

  • Governance-Verantwortung der Geschäftsleitung

  • Risikomanagement für digitale Abhängigkeiten


Warum ISO 27001 als Referenzrahmen entscheidend ist


Die NIS2-Richtlinie frt EU wurde in Deutschland als Gesetz eingeführt, sie gilt seit 6.12.2025 und hat keine Übergangsfrist. Sie hat eine eigene Systematik, die sich an globalen Standards und Zielen orientiert, schreibt aber keinen festen Standard vor. Sie lässt aber anerkannte Sicherheitsstandards als Bezugsrahmen zu, insbesondere die internationale Norm ISO/IEC 27001.


Das bedeutet: Wer NIS2 erfüllen und strukturiert vorgehen will, kommt an einem Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) kaum vorbei.


Ein ISMS schafft – über die s.a.f.e. hinaus – einen Mehrwert:

  • systematische Risikobewertung

  • technische und organisatorische Maßnahmen

  • Lieferantenkontrolle im IT-Bereich

  • dokumentierte Verantwortlichkeiten

  • kontinuierliche Verbesserung

 

Handlungsbedarf


Logistikunternehmen müssen zusätzlich etwas tun, auch wenn s.a.f.e. bereits implementiert ist, denn es bestehen häufig folgende Lücken:


1. Cyber-Risikomanagement etablieren

  • Identifikation kritischer IT-Systeme (TMS, WMS, Telematik, ERP)

  • Bewertung von Cyberbedrohungen

  • Definition von Schutzmaßnahmen

2. Incident-Response-Strukturen aufbauen

  • Meldeprozesse gemäß NIS2

  • klare Eskalationswege

  • Dokumentation von Sicherheitsvorfällen

3.Lieferanten steuern (insbesondere IT-Lieferanten)

  • Prüfung von Cloud- und Softwareanbietern

  • Sicherheitsanforderungen vertraglich fixieren

  • Nachweise einfordern

4. Geschäftsleitung in die Verantwortung nehmen, denn NIS2 fordert

  • Überwachung durch die Unternehmensleitung

  • Schulungen auf Managementebene

  • Nachweisbare Governance-Strukturen

5. Business Continuity & Resilienz stärken

  • Notfallpläne für IT-Ausfälle

  • Wiederanlaufkonzepte

  • Regelmäßige Tests

 

Fazit


Die Unternehmen müssen über s.a.f.e. hinaus zur digitalen Resilienz gelangen, denn diese ist kein Ersatz für NIS2-Compliance. Und wer bereits über strukturierte Sicherheitsprozesse verfügt, hat eine gute Grundlage.


Doch um NIS2 vollständig zu erfüllen, braucht es:


  • ein systematisches Informationssicherheitsmanagement

  • klare Governance-Strukturen

  • dokumentierte Risiko- und Meldeprozesse

  • strategische Steuerung der digitalen Abhängigkeiten


Nichtstun ist keine Option, denn das Risiko für Unternehmen ist real, viele können schon nach 20h ohne Internet ihre Firmen schließen (siehe BITKOM-Graphik).


Und die Geschäftsleitung muss die NIS2 – Maßnahmen einführen und überwachen, sonst drohen persönliche Haftungsrisiken!

 

Die gute Nachricht


Mit einem integrierten Ansatz aus Beratung, Software (www.enterpriseos.de) und Training kann man das Thema angehen. Zudem lassen sich viele Anforderungen aus s.a.f.e. übernehmen und es entstehen keine erneuten Kosten für alles, was schon an Schutzmaßnahmen vorhanden ist. Zudem entstehen keine Doppelstrukturen, Themen lassen sich effizient bündeln.


Wer jetzt strukturiert handelt, schützt sich besser, reduziert Risiken für die Geschäftsleitung, stärkt nicht nur die Compliance – sondern die Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend regulierten Logistikwelt. Denn er erhöht seine Resilienz!


Und ja, das kostet Geld, aber was kostet ein Vorfall?


Wir haben eine Checkliste entwickelt, um die NIS2 - Compliance auf Basis von s.a.f.e. und ISO 27001 integriert zu prüfen und schnell zu sehen, wo es fehlt. Nutzen Sie diese Option!  


Vereinbaren Sie einen Termin mit uns, um mit unserer Hilfe „Ihren“ Weg zu finden, unter dem folgenden Link finden Sie einen Termin, der für Sie passt:


 

 
 
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